Gefeiert und geschlagen

Vor einigen Jahren war ich mit einigen Firmlingen auf Firmfahrt. Hier stellte der Kaplan die Frage, was denn an Palmsonntag passiert sei. Erst herrschte Stille, dann erhob eine Firmandin ihre Stimmte und erklärte „Das ist der Tag an dem Jesus mit Palmzweigen geschlagen worden ist“.

Im ersten Moment erscheint diese kurze Episode amüsant. Auf den zweiten Blick hat sich mir durch diese auch eine andere Perspektive auf Palmsonntag eröffnet. Jesus reitet auf einem Esel durch Jerusalem und die Menschen riefen ihrem „König“ mit Palmzweigen zu. Man weiß es nicht, aber einige dieser Menschen werden Pilatus einige Tage später Pilatus eindringlich auffordern, Jesus kreuzigen zu lassen. Aus dem gefeierten König wird ein geschlagener Verbrecher.

Gibt es Situationen in unserem Leben, in denen wir zunächst begeistert sind von einer Sache, einer Begebenheit, einem Menschen, und diese dann im nächsten Moment fallen lassen? Diese mit unseren Worten und Taten „schlagen“… ? Die Palm- bzw. Buchsbaum- oder sonstige Zweige können uns auch an solche Situationen erinnern, wenn wir sie mit nach Hause nehmen und an bestimmten Plätzen befestigen. Sie können uns daran erinnern, auch dann standhaft zu bleiben, wenn es für uns schwierig wird.

 

Max